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Fakten

  • Bevölkerung: 300.000 – 500.000
  • Unterstes sozial-ökonomisches Niveau
    • 1 Arzt pro 200.000 Eimwohner
    • Kein fließend Wasser
  • Analphabetenrate:
    • Männer: ca. 80%
    • Frauen: ca. 95%
  • Einfacher, ländlicher Lebensstil

Lage

  • Direkte Küstengebiete (<10km) der Landkreise Mossuril,
    Nacala-a-Velha & Memba

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Muslimische Nahara

Geisterhütte am Strand

Geisterhütten im Wohnviertel

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Wer sind die Nahara?

Das Wort „Nahara“ bedeutet in ihrer Sprache Emakuwah Enahara Fischer. Dies bestimmt ihr Selbstbild. Die Nahara leben in ländlichen Siedlungen direkt an der Küste Nordmosambiks. Der Fischfang ist ihre wichtigste Betätigung. Selbst jene Einwohner, die nicht selbst als Fischer arbeiten, deren Vorfahren aber schon in Küstennähe aufgewachsen sind, sehen sich selbst als Nahara. Durch dieses Selbstbild heben sie sich deutlich von den anderen Makuas ab, die im Landesinneren leben. Ethnisch und kulturell gibt es deutliche Unterschiede. Die Nahara sind auch stolzer als andere Bantu-Völker und für afrikanische Verhältnisse recht direkt. Sie sind äußerst konservativ und mögen keinerlei Veränderung. Sie sind jedoch auch unaufrichtig und vertrauen sich gegenseitig nur ungern. Auch Fremden gegenüber sind die Nahara eher verschlossen. Es gibt kaum Freundschaften zwischen ihnen und zugezogenen Mosambikanern anderer Volksgruppen.

Das kulturelle Zentrum der Nahara befindet sich auf der Ilha de Moçambique, der Insel, die Mosambik ihren Namen gab. Danach schließen sich weitere Subzentren, wie Mossuril, Nacala-a-Velha und Memba an.

Religion

Die Ilha war in früherer Geschichte fest in arabischer Hand. Dieser jahrhunderte alte arabische Einfluss hat sicher viel zu dem beigetragen, was die Nahara heute ausmacht. Sie sind tief im Islam verwurzelt, auch wenn viele nicht in allen Details wissen, was das bedeutet. Das Selbstverständnis der Nahara, Moslem zu sein, ist so ausgeprägt, dass es bisher keiner christlichen Gemeinde gelungen ist, Nahara in ihre Kirchen zu integrieren. So gibt es zwar Gemeinden von Inlandmakuas in direkter Nachbarschaft, denen aber bisher der Schlüssel fehlt, die Herzen der Nahara zu erreichen.

Wie auch in anderen Gegenden Afrikas, vermischt sich der Islam stark mit animistischen Riten. Dieser Geisterglaube wird zwar von führenden muslimischen Leitern abgelehnt, spielt praktisch aber eine immense Rolle. Die Bandbreite reicht von Riten nach Beerdigungen oder vor dem Hausbau über Ahnenkulte bis hin zum Betreiben von Geisterhütten. Neben traditionellen Königen gibt es acht verschiedene spirituelle Spezialisten, einige mit guten Absichten (Heilungen, Schutz, Wind-, Regen- oder Erntegebete), andere mit negativen (Verfluchen von Feinden).

Innerhalb der islamischen Gemeinschaft gibt es die beiden Strömungen „Casacos“ und „Escudos“.

Bildung & Soziales

Die Makua Nahara Gebiete zählen zu den Regionen mit dem geringsten Bildungsniveau Mosambiks. Zwar gibt es einige Grundschulen und in den wenigen Zentren auch weiterführende Schulen. Dennoch sind viele Männer und fast alle Frauen Analphabeten. Das Problem liegt nicht zuerst an fehlenden Bildungseinrichtungen. Neben der schlechten Qualität des Unterrichts kommt vor allem die Einstellung der Menschen erschwerend hinzu. Die Nahara halten Bildung für unwichtig und nutzen daher oftmals auch bestehende Bildungsprogramme nicht. Vielmehr bevorzugen sie einen einfachen Lebensstil und mögen es, von anderen abhängig zu sein, die gebildeter sind und für sie ihre Probleme lösen können.

Dementsprechend ist es auch nicht verwunderlich, dass die Arbeitslosigkeit unter den Nahara enorm hoch ist. Traditionell arbeiten die Menschen als Fischer oder auf ihrem eigenen Feld („Machamba“ – v.A. zum Anbau von Maniok). Heutzutage gibt es daneben auch noch einige Händler und ein paar autodidaktische Handwerker („Mestres“) und Wächter.



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